"Aus Hecken werden Häuser. Bauwerke als Baumwerke"

Weltweites Projekt der Expo 2000

Dr. Walfried Pohl, Bonn

 

Stand des DWB - Projekts 

"Aus Hecken werden Häuser", 2004-09-18

Die 7500 qm große Güne Spielstadt, wie die Anlage jetzt heißt, befindet sich in der 9. Vegetationsperiode, jede von einem Naturbaufest begleitet. Das 9. Naturbaufest 2004 fand am 14. August statt. Die Zukunft ist ungewiß, weil das Gelände nach Schließung der Stadtgärtnerei Juni 2004 zur Disposition steht. Doch wenn wir Glück haben, errichten wir zur Regionale 2010 noch den große Weidendom, den wir angedacht haben.

 

1996 überließ die Stadt Bonn, dem DWB NW das Experimentiergelände für grünes Bauen auf dem Areal der Stadtgärtnerei. Projektleitung seitdem: Dr. Walfried Pohl DWB und Luzia Mayer DWB. Damals hörte man oft, die probieren da etwas aus, und dann sind sie schnell wieder weg. Doch der DWB ist geblieben und hat sogar im Jahre 2000 mit der Anlage als "Weltweitem Projekt der EXPO 2000 " Aufsehen erregt. Und er hat im Sinne seines Nachhaltigkeitskonzepts die Anlage Jahr für Jahr unterhalten. Diese Ausdauer zeigt die Zähigkeit, die der DWB unter Umständen entwickeln kann. Denn es ist nicht einfach, ein gärtnerisches Projekt diesen Ausmaßes ohne Unterstützung z.B. durch das städtische Grünflächenamt zu betreiben.

 

So ist über die Jahre ein alternativer Park entstanden, der sich definiert über die Dominanz der Kreis- und Kuppelformen und über die Wechselwirkung zwischen gepflanzten Innenräumen und Außenräumen. Dieses Aufscheinen und Verschwinden des Außenraum bei konstantem Innenraum schafft das Phänomen einer Kunst am Rande der Wahrnehmbarkeit und damit eine ganz neue Erlebnisdimension. Der Besucher erfährt die Räumlichkeit der lebenden Bauten nicht, wenn er sie nur distanziert betrachtet, er muss vielmehr in die gepflanzten Räume hineingehen.

 

Als grüne Spielstadt vermittelt die Anlage eine gewisse Paradiesanmutung. Sie kann sowohl der Ruhe und Erholung dienen wie auch dem fröhlichen Feiern. Die starke Berücksichtigung der Selbstorganisationskraft der Natur ermöglicht "hand-greifliche" Umweltbildung, ihr labyrinthischer Charakter macht die Anlage zu einem guten Ort für Erlebnispädagogik und zu einem großen Abenteuerspielplatz.

 

Die Anlage war von März bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Unter der Woche kamen Besuchergruppen, für die dann die Betreuung organisiert werden muss. Es handelt sich um Kindergärten, Schulen, interessierte Bürger und Institutionen. Sie diente als Ort für sommerliche Feste, z.B. Kindergeburtstage. Es gibt einen Zauberweidenwelt-Workshop mit Fantasy-Rollenspiel und Workshops zum Weidenbau, zur Anlage und Nutzen von Duft- und Heilkräutergärten. Der Naturschutzbund (NABU) und das Zentrum für Umweltbildung (ZUB) nutzen das Gelände für Veranstaltungen zur Umweltbildung.

 

In besseren Tagen hätte eine Stadt eine solchen Ort gerne übernommen. Aber die Zeiten sind nicht mehr so. Die grüne Spielstadt kann nur noch solange die Menschen und vor allem die Kinder erfreuen, wie sie privat unterhalten wird. Zur EXPO gab es von verschiedenen Seiten Förderungen, aber seit dem unterhält die Projektleitung die Anlage mit eigenen Mitteln. Die Unterstützung durch eine sehr agile Initativgruppe und die Beiträge der Besucher zur Pflege reichen nicht aus, um den Aufwand abzudecken.

 

Kontakt: Dr. Walfried Pohl und Luzia Mayer, Kurfürstenstraße 38, 53115 Bonn, 

Ruf 0228 - 216739 , Fax: 0228 - 242 23 65 mail: walfried.pohl@t-online.de

 

Siehe auch: www.naturspielraeume.de