_

Differenzielles Lernen

Forschungsprojekt von Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn, am Institut für Sportwissenschaften der Universität Münster

 

Beobachtet man Kleinkinder, stellt man fest, dass sie in „ungerichteten“ Lernschritten, teilweise sehr sprunghaft, lernen. Dies gilt insbesondere für motorisches, aber auch für intellektuelles Lernen, wie zum Beispiel beim Erlernen von Sprache.

Das „strukturierte, zielgerichtete Lernen“ dagegen, vom Einfachen zum Schwierigen, ist ein Lernverhalten, das erst in der Schule und danach den Menschen antrainiert wird.

Daraus leitet Prof. Dr. Wolfgang Schöllhorn seine These zum „differenziellen Lernen“ ab: Wenn Kleinkinder mit den „chaotischen“ Lernstrategien so erfolgreich sind, könnten diese doch auch beim Erwachsenen genauso gute Ergebnisse bringen. Differenzielles Lernen optimiert die Adaptionsfähigkeit an Neues und Zufälliges, schafft hilfreiche Kombinationen und erzeugt neuronal-emotionale „Erinnerungsknoten“.

Im Bereich Sport und Leistungssport hat der Sportwissenschaftler inzwischen seine Theorie mit verschiedenen Untersuchungen bewiesen.

Differenziell strukturierte Trainingsmethoden und Lernaufgaben erzeugen durchweg bessere Ergebnisse in den unterschiedlichsten Sportdisziplinen. Sie machen mehr Spaß. Sportler sind besser motiviert, sie „erlernen“ die sportartspezifische Motorik schneller, sie werden leistungsstärker und besonders wichtig, nach Trainingspausen wird der vorherige Leistungsstand gehalten oder er hat sich sogar in der Pause noch verbessert. Herkömmlich trainierte Sportler verlieren durch Trainingspausen sehr viel ihres Könnens und ihrer Leistungsfähigkeit.

Die Theorie und die bisherigen Ergebnisse wurden ausgezeichnet, weil sie besonders innovativ, weitsichtig und logisch seien. Außerdem stellen sie ein Hoffnungsträger in der Diskussion um neue Hochschulkonzepte und um die Pisa Studie dar.

 

www.uni-muenster.de