Der Deutsche Werkbund Hessen trauert um den Grafiker

 

Hans Hillmann 25. Oktober 1925 – 4. Mai 2014

 

Hans Hillmann bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Klingspor Museum, Offenbach am 7. Juni 2013, Foto: Simon Zirkunow

Hans Hillmann, einer der wesentlichen Grafiker des 20. Jahrhunderts ist tot. Der Lehrer, Plakatgestalter, Zeichner und Autor hat ein Werk geschaffen, das einem gestalterischen Kosmos gleichkommt. Und so scheint es anmaßend, in einem Nachruf nur wenige Beispiele dieses Schaffens, das von enormem Fleiß geprägt war, herauszugreifen. Wenn dies hier dennoch geschieht, dann nur deshalb, um auf dieses Werk und auf den, dem wir es verdanken, und der dann einer wirklich angemessenen Würdigung harrt, hier noch einmal nachdrücklich hinzuweisen.

Hans Hillmann war, wie sein wohl wichtigster Lehrer Hans Leistikow, Schlesier. Er studierte in Kassel, einer seiner Studienkollegen war Wolfgang Schmidt. Stilistisch waren sie sich anfangs recht nahe, fertigten kleinteilige Strichzeichnungen und Inserat-Illustrationen etwa für das Kasseler Gartenbuch 1955. Doch während sich Wolfgang Schmidt zunehmend der Fotografie, dem Bildzeichen, der Futura und der Schreibmaschinenschrift zuwandte, verfeinerte Hillmann seinen Zeichenstil immer mehr.

Filmplakat „Abend der Gaukler“, 1958; Plakat für die „Kieler Woche“, 1964

 

Dabei blieben seine Arbeiten leicht: Das Plakat für Ingmar Bergmans „Abend der Gaukler“, 1958 etwa spielt mit der Geometrie des Kreises und der Doppelfigur Pferd mit Artistin. Überhaupt kann der Zirkus als Metapher für Hillmanns Arbeit gelten, was ihn mit Charles und Ray Eames verbindet. Denn bevor eine Zirkusnummer wie Trapez oder Balancekunst leicht wirkt, bedarf es enormer Anstrengung und Übung. Hillmanns Repertoire, da waren die ungewohnten Perspektiven etwa für die Plakate zu Pudowkins „Sturm über Asien“ 1961 oder Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ 1967, aber auch die intelligente Reduktion, die seinem Plakat für die Kieler Woche 1964 zugrunde liegt: Eine Fläche wird zweimal geteilt und versetzt neu angeordnet. Einfacher ging es nun wirklich nicht, um Horizont, Segel, Wimpel und Küste zu zeigen, beste ulmer Gestaltung, nur dass sie diesmal aus Kassel kam. Denn natürlich wusste Hillmann, wie anderswo gestaltet wurde, wie sein Schüler Helmut Schmidt-Rhen erinnert. Als der nämlich seine Abschlussarbeit in Kassel, die von Hans Leistikow vermittelte konstruktiv-sachliche Gestaltung der Bauplanungsbroschüre Ernst Mays für „Das Neue Mainz“ Hillmann vorlegte, wiegte dieser den Kopf und meinte: „Wir hier in Kassel machen so etwas nicht. So etwas macht man in Ulm. Also kann man das machen.“

 

Wie Leistikow vergab auch Hillmann viele Aufträge, die an ihn herangetragen wurden, an seine Schüler und ermöglichte ihnen so berufliche Unabhängigkeit. Die Schüler dankten es ihm, sprachen wie Gunter Rambow von ihm als ihrem Meister. Denn Hillmann war auch als Lehrer eine Ausnahmefigur, denn viele seiner Studenten wurden selbst Professoren, die aber weiterhin auftragsbezogen arbeiteten, eine Tradition, die etwa von ihm über Gunter Rambow bis zu dem heute in Stuttgart lehrenden Gerwin Schmidt reicht.

 

Hillmann setzte Maßstäbe, besonders gewichtig mit dem 1982 erschienen Band „Fliegenpapier“, seiner großartigen Graphic-Novel“, als es dieses Wort im allgemeinen Sprachgebrauch noch gar nicht gab. Hier hatte sein Zeichnen einen Höhepunkt erreicht und in der Folge erschienen zahlreiche von Hans-Georg Pospischil vermittelte Illustrationen für das FAZ-Magazin.

Illustrationen aus "Fliegenpapier", 1982

 

Anlässlich von Hillmanns Beerdigung erinnerte Jens Müller an eine Anekdote über „Fliegenpapier“, deren Zeichnungen auch Stoptrickaufnahmen imitieren. Danach hätte sich Hillmann ein erstes Belegexemplar im Flugzeug angesehen und sein Sitznachbar hätte ihn gefragt, von wem wohl die hervorragenden Fotografien seien. Das mag wahr oder gut erfunden sein, es war vor allem etwas, was Hillmann freute, der doch soviel Freude an Irritationen, Vexierbildern und Figur und Raum-Verrätselungen hatte.

 

Selbst seine Beerdigung war irritationsmotivgesättigt. Der Pfarrer nahm Hillmanns „Ich hab geträumt, ich wär ein Hund, der träumt“, der auch auf der Todesanzeige zu lesen war, zum Ausgangspunkt für Überlegungen, was alles zum Mensch-Sein gehöre. Bei dem Gang zum Grab regnete es dann, und so spannten die Trauergäste ihre Schirme auf. Einer davon zeigte junge neugierig-verträumte Hunde. Hans Hillmann hätte das sicher gefallen.

 

Jörg Stürzebecher/Ursula Wenzel DWB

 

Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von Marlies Rosa Hillmann


Der Bergpark Wilhelmshöhe ist UNESCO-Weltkulturerbe

Der Deutsche Werkbund Hessen freut sich mit dem Land Hessen und der Stadt Kassel über den Erfolg der Eintragung des Kasseler Bergparks Wilhelmshöhe am 23. Juni 2013 als UNESCO Weltkulturerbe. Der DWB Hessen hatte in den letzten Jahren die ideelle Unterstützung auf dem Weg hierzu dokumentiert, indem durchgängig auf jedem Schriftstück darauf verwiesen wurde. Die noch heute im Originalzustand bestehende Wasserbauanlage würdigen wir als eine unverwechselbare Meisterleistung der frühen Ingenieurskunst des Barock.

Der Bergpark Wilhelmshöhe ist mit einer Fläche von 2,4 Quadratkilometern der größte Bergpark in Europa. International bekannt ist der Park insbesondere durch die Kasseler Wasserspiele, den Herkules, das Schloss Wilhelmshöhe und die Löwenburg. Der Bau der Parkanlage begann 1696 und zog sich mit seinen Erweiterungen über 150 Jahre hin. Abb. links: Karte des Bergparks um 1810; rechts: Blick von der großen Fontäne auf den Bergpark mit dem Herkules im Hintergrund. Foto: Maren Brechmacher-Ihnen

philosyndikat   30.07.2014 um 19 Uhr bis 19.09.2014

Ausstellung von Jessica Sehrt, Martin Stiehl, Siw Umsonst und Jeronimo Voss.
Einladung

WerkbundForum


2014

Programm 1. Quartal 2014   01.01.2014 bis 31.03.2014

Vorstandssitzung des DWB Hessen   15.01.2014 um 18.30 Uhr

Zur kommenden Vorstandssitzung sind die Mitglieder des DWB Hessen herzlich eingeladen.

Tagesordnung

WerkbundForum

SCHRIFTalsKUNST. Das Klingspor Museum, seine Geschichte, seine Künstler   30.01.2014 um 19 Uhr bis 30.01.2014

Vortrag von Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor-Museums Offenbach.

 

Zugleich Finissage der Ausstellung »Das Werkbund Jahrbuch 1913. Vom Deutschen Werkbund in einem bewegten Jahr«


Einladung

WerkbundForum

Programmänderung   28.02.2014 bis 01.03.2014

Die für den 28. Februar im WerkbundForum angekündigte Buchvorstellung: Ferdinand Kramer/SSP Schürmann-Spannel: Forschungszentrum BiK, Frankfurt am Main musste auf das 2. Quartal 2014 verschoben werden. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

WerkbundForum

Heilig-Kreuz-Kirche von Martin Weber und Film »Profanations«   14.03.2014 um 18:45 Uhr bis 14.03.2014

Heilig-Kreuz-Kirche von Martin Weber und Film »Profanations«

Führung mit Franz Josef Hamm DWB und Film der Künstlerin Veronica Aquilera zum Abriss der Kirche St. Bonifatius.

Treffpunkt: Eingang Heilig-Kreuz-Kirche, Frankfurt am Main.

Einladung

Heilig-Kreuz-Kirche, Frankfurt am Main

1+1=3 mit Birgit Dehn und Niklas Klotz   21.03.2014 um 19.00 Uhr bis 17.04.2014

Am 21. März 2014 findet um 19 Uhr die Ausstellungseröffnung mit Arbeiten der Künstler Birgit Dehn und Niklas Klotz statt.

Petra Schwerdtner, Dipl. Kulturwissenschaftlerin DWB, Vroni Schwegler DWB und Tobias Schnotale DWB führen in die Ausstellung ein.

Die Finissage ist am 17. April um 19 Uhr.

Einladung

Daten

WerkbundForum

Vorstandssitzung des DWB Hessen – Terminänderung   26.03.2014 um 18.00 Uhr bis 26.03.2014

Zur kommenden Vorstandssitzung sind die Mitglieder des DWB Hessen herzlich eingeladen

Tagesordnung


Aufgrund des Streiks bei den öffentlichen Verkehrsmitteln muss die für heute angesetzte Vorstandsitzung verschoben werden.

Der neue Termin wird bekannt gegeben.

WerkbundForum

Mitgliederversammlung des DWB Hessen 2014   14.06.2014 um 11.00 Uhr bis 14.06.2014

Am 14. Juni 2014 findet ab 11 Uhr die Mitgliederversammlung des DWB Hessen 2014 im WerkbundForum statt.

Zentrale Themen sind die Neuwahl des Vorstandes des DWB Hessen und der Ausbau der Geschäftsstelle.

Alle Mitglieder sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

 

Einladung und Diskussionspapier

 

Um Anmeldung wird bis zum 10. Juni 2024 gebeten an:

hessen@deutscher-werkbund.de

Von der Römerstadt zur Nordweststadt / Von »Zick-Zack-Hausen« nach Goldstein-Süd   20.07.2014 um 14 Uhr bis 27.07.2014

Stadtspaziergänge im Rahmen der »Route der Industriekultur « mit Petra Schwerdtner, DWB.

Einladung


Archiv

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