Werkbund-Label 2010
Das Werkbundlabel 2010 wird am 17. September
im Burda Media Tower in Offenburg vergeben
Das WERKBUND LABEL wird in zweijährigem Turnus vergeben für außergewöhnliche Projekte und Initiativen.
Der Vorstand des Deutschen Werkbunds Baden-Württemberg hat 2010 neun Projekte ausgezeichnet, deren Spektrum von der privat organisierten Nachbarschafts- und Jugendhilfe, über Stadtentwicklungskonzepte und Kulturförderung bis hin zum vorbildlichen Unternehmen, Initiativen und Netzwerken in den Bereichen Energie, Bauen und Ernährung reicht.
Kriterien für die Vergabe des WERKBUND LABELS sind u.a. eine hohe gestalterische Qualität, Interdisziplinarität, Vorbildfunktion, erkennbare Zielrichtung und die Förderung zivilgesellschaftlicher Entwicklungen durch Mut, unkonventionelles Vorgehen, Querdenken und Eigeninitiative.
Mit dem WERKBUND LABEL soll den Preisträgern zu mehr öffentlicher Anerkennung und besseren Erfolgschancen verholfen werden. Der Werkbund will damit deutlich machen und fördern, was seiner Meinung nach wichtig ist für die Gestaltung von Zukunft und für die Bewältigung dringlicher gesellschaftlicher Fragen.
Preisträger des WERKBUND LABELS 2010
- Handwerker Kooperation Bernau
- Urbane Wälder Leipzig
- Nachbarschaftshilfe MiKado, Balgheim, Denkingen, Frittlingen
- EnOcean GmbH, Oberhaching
- Regionalwert AG, Eichstetten
- Circus Pimparello, Gschwend
- Wohnbau Lörrach
- Wabe, Waldkircher Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft
- Leseraum Pretlack’sches Gartenhaus, Darmstadt
Werkbund-Label 2008
Die Preisverleihung und Projektpräsentation 2008 fand am 26. September ebenfalls im Burda Media Tower in Offenburg statt. Die Einladung können Sie sich hier als PDF herunterladen.
Preisträger Werkbundlabel 2008
wir.ag – Werbung für Weltverbesserer
40 Tage machten sich die beiden Diplomantinnen der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Nelly Brunkow und Evamaria Judkins von der „wir.ag“ zum Sprachrohr für 40 „Weltverbesserer“. Sie stellten sich täglich aufs Neue der Aufgabe, das jeweilige Anliegen des „Weltverbesserers des Tages“ grafisch umzusetzen und für die teils skurrilen Ideen mit möglichst wenig Einsatz den größtmöglichen Aufmerksamkeitsgrad zu erzielen. Jeder Entwurf wurde gedruckt, die ganze Aktion filmisch dokumentiert und mithilfe von Fragebögen ausgewertet mit dem Ziel, die Wirksamkeit von Grafik-Design zu überprüfen.
Loony Design
Gemeinschaftsprojekt des Diakonischen Werks Baden und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Studierende der Akademie entwickeln exklusiv gestaltete Gebrauchsgegenstände, die von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die in Einrichtungen der Diakonie leben, hergestellt und vermarktet werden. Ziele sind die Schaffung und der Erhalt der Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen ungeachtet des individuellen Krankheitsbildes sowie die Wettbewerbsfähigkeit auf dem freien Markt.
August Faller KG
Neben vielen Preisen für innovative Entwicklungen im Verpackungsmittelsektor wird das umfassende soziale, kulturelle und ökologische Wirken der Firma Faller in regelmäßigen Nachhaltigkeitsberichten dokumentiert. Das Nachhaltigkeitsprinzip wird auch in der Firmenarchitektur glaubwürdig umgesetzt, z.B. beim PharmaServiceCenter in Binzen, das aufgrund kybernetischer Planungsgrundlagen entstanden ist und umweltrelevante Gesichtspunkte wie Energieeffizienz, Versickerung, Gewässer- und Bodenschutz berücksichtigt.
Wiesionen
Der Fluss Wiese ist seit 120 Jahren zwischen Hochwasserdämmen und damit auch aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden. Er wird nun ökologisch aufgewertet und als Naherholungsraum wieder erlebbar. Nicht nur die Renaturierung selbst, sondern auch die Projektabwicklung ist dabei vorbildlich: ausgehend von der Privatinitiative Gerhard Zickenheiners sind inzwischen zahlreiche Institutionen eingebunden. Projektträger ist die Bürgerstiftung Lörrach. Die Patenschaft des Rhein-Kollegs machte Wiesionen zu einem Baustein des Projekts Lachs 2020. Wiesionen unterscheidet sich von vergleichbaren Renaturierungsprojekten durch bürgerschaftliches Engagement, Unweltbildung und Umweltkommunikation sowie grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Gemeinde Sternenfels
Die 3000 Einwohner Gemeinde im Kraichgau hat durch ganzheitliche Dorfentwicklung eine große Attraktivität nicht nur als Wohndorf sondern auch für die Ansiedlung neuer Unternehmen erreicht. Ein Dienstleistungszentrum, das 18 Partner, z.B. Post, Energieversorger, Krankenkasse usw. unter seinem Dach vereint, wird von Mitarbeitern der Gemeinde besetzt. Außerdem wurde eine Kombiimmobilie errichtet, die gleichzeitig als Schulsporthalle, Leichenhalle, Konzertsaal und für andere Veranstaltungen dient. Die Gemeinde ist mutig und hat eine politische Vorbildfunktion.
Ökotop Heerdt
Ausgehend von einer Nachbarschaftsinitiative entstand zunächst ein Kinderspielplatz; später wurden auf einem Grundstück zwischen Autobahnen Lehrgärten angelegt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Idee des Ökotop Heerdts als ökologisch und sozial orientiertes, ganzheitliches Projekt mit folgenden Teilbereichen: renaturiertes Freigelände mit naturnah bewirtschafteten Gärten; unbewirtschaftete Freifläche als Rückzugsgebiet für Flora und Fauna; ökologische Siedlung mit rd. 200 Wohneinheiten; ökologisches Zentrum des Vereins Ökotop Heerdt für Planungs-, Stadtteil- und Öffentlichkeitsarbeit; Randbereich mit kleinem Gewerbegebiet.
Oleofactum, Walter Bitzer
Die Speiseölgewinnung ist heute von der landwirtschaftlichen Rohstoffproduktion weitgehend abgekoppelt zugunsten einer großtechnischen, raffinierten Ölgewinnung. Die Ölmühle von Walter Bitzer in Offenburg steht für ein bundesweit einmaliges Produktions- und Vertriebskonzept von Bio Speise-Frischölen. Die gläserne Produktion setzt nicht auf ‚Gründerromantik’, historische Technik und plakatives Ökobewusstsein, sondern ausschließlich auf die handwerkliche Gewinnung hochenergetischer, pflanzlicher Speiseöle, Kommunikation und Kultur.
Tecnaro GmbH / ICT Pfinztal, Flüssigholz
Hervorgehend aus einem Forschungsprojekt am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfinztal wurde 1999 das erste Flüssigholzmaterial entwickelt. Die Firma Tecnaro ist eine Ausgründung des ICT und Hersteller hochwertiger Thermoplaste aus nachwachsenden Rohstoffen mit den Materialeigenschaften des Holzes. Diese können auf herkömmlichen Kunststoffverarbeitungsmaschinen zu Formteilen verarbeitet werden, so sind z. B. Computer-, Fernseh- oder Handygehäuse, ja sogar Musikinstrumente aus "Holz" möglich.
Bürgergemeinschaft Eichstetten
Die Dorfgemeinschaft organisiert die Aufgaben des Generationenvertrags selbst. Ein Verein wurde gegründet und die Wohnanlage Schwanenhof mit 17 behindertengerechten Wohneinheiten und multifunktionalen Gemeinderäumen gebaut. Generationenübergreifende Dienste werden in Verbindung mit professioneller Hilfe geleistet, wobei der ‚Profi-Anteil’ möglichst niedrig gehalten wird. Das Beispiel Eichstetten zeigt, wie die Vernetzung von Kirche, Sozialstationen und privater Arbeitsleistung die Entwicklung solidarischer Dienste fördern und der Aufbau nachbarschaftlicher Strukturen die Lebensqualität für Alle erhöht.
Solarkomplex AG, Energiekonzept Mauenheim
Kreatives Ökounternehmen, das aus einer unternehmerischen Bürgerinitiative hervorgegangen ist und sich zum Ziel gesetzt hat, den Hegau ganz mit erneuerbaren Energien zu versorgen (Solarenergie, Wasser, Biogas etc.), finanziert über Bürgergesellschaften und private Einlagen. Das Dorf Mauenheim wurde als erstes Dorf in BW komplett mit erneuerbaren Energien versorgt.
Werkbund Label 2006
Der Deutsche Werkbund Baden-Württemberg vergab 2006 zum ersten Mal den Werkbund Label. Weitere Informationen finden Sie hier












