_

Werkbundtag 2000

Von Menschen und Dingen

16.-17. Juni 2000

 

ZKM Medientheater

Lorenzstraße 19

76137 Karlsruhe

Tel.: 0721 - 81 0 00

 

Nachdenken über den "Stand der Dinge"

 

Was bedeuten die Dinge in einer Zeit, in der - zumindest hier bei uns - alle wichtigen Grundbedürfnisse befriedigt scheinen und nichts wirklich Notwendiges zum Leben fehlt?

Was geschieht in diesem Kontext mit dem einzelnen Objekt in einem globalen Wirtschaftssystem, das ständig neue Dinge produziert und damit das Alte immer schneller entwertet? Ist nicht das zum schnellen Verbrauch bestimmte Massenprodukt mit eingeprägtem Verfallsdatum gerade die notwendige

Vorraussetzung für eine dynamisch sich wandelnde Welt und unser aller Wohlstand?

Was brauchen wir? Brauchen wir z.B. mehr Poesie in den Dingen, wie der bekannte italienische Designer Andrea Branzi meint - und was ist überhaupt aus der "Nützlichkeit", "Dienstlichkeit", also der Funktionalität der Objekte geworden, die dem Werkbund so lange am Herzen lag?

Ist die Freude an der Brauchbarkeit der Dinge geschwunden, weil es zu viele von ihnen gibt, ihr Eros verschlissen ist? Oder hat vielleicht Lucius Burckhardt noch immer recht, der vor der Überschätzung der Formen und ihrer Funktionen durch die Gestalter warnte? Oder verschwinden die Dinge gar im Cyberspace? Bekommen sie angesichts der Zunahme virtueller Welten eine ganz andere Bedeutung?

Im Rahmen des Karlsruher Designsommers 2000, der die Ausstellung "Das Jahrhundert des Design" des Badischen Landesmuseums, Museum beim Markt begleitet und zahlreicher Karlsruher Kulturinstitutionen mit eigenen Veranstaltungen zum Thema einbindet, wollen der Werkbund und das ZKM diesen Fragen bei der gemeinsamen "wissenschaftlichen Revue" Von Menschen und Dingen" nachgehen.

 

Zurück zu den Jahrestagungen