Herausforderung ästhetische Bildung

Fachtagung am 7. und 8. Oktober 2016 in Künzell-Loheland

Ästhetische Bildung spielt in unserer Kultur eine untergeordnete Rolle. Sie scheint lediglich für künstlerisch-kreativ tätige Spezialisten relevant und wird bestenfalls noch als Element bürgerlicher Freizeitgestaltung geschätzt. Abfragbares Wissen und technisch-instrumentelle Kompetenzen gelten heute als die eigentlichen Bildungsziele. Dabei erlebten ästhetische Bildungsauffassungen gerade in der Frühphase des industriellen Zeitalters eine Renaissance: Sie präsentierten sich als dringend notwendiges Gegengewicht zu einer zunehmend entmenschlichten technizistischen Lebensweise. Reformpädagogen, Kunstschulreformer und Protagonisten der Kunstgewerbebewegung entwickelten individual- und volkspädagogische Konzepte, die fruchtbare Impulse setzten. Hier knüpft die Tagung an: An historischen und zeitgenössischen Beispielen stellt sie aktuelle Lösungswege zur Diskussion. Sie wirft die Frage auf, ob unsere einseitig rationalen Bildungsideale ein fragwürdiges Menschenbild befördern. Nicht zuletzt das Bildungskonzept von Louise Langgaard und Hedwig von Rohden, in dessen Zentrum die Loheland-Gymnastik steht, verdeutlicht, dass ästhetische Bildung auf den Wesenskern des Menschen zielen muss.

Die Tagung richtet sich an Kunstpädagogen, Designer, Kulturpolitiker, Kulturwissenschaftler und an alle, die ein Interesse an der Weiterentwicklung unseres pädagogisch-ästhetischen Erbes haben. Sie wird von der Loheland-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Werkbundarchiv – Museum der Dinge, dem Deutschen Werkbund Hessen und dem Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt veranstaltet.

Weitere Infos zu Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Verfasser
Deutscher Werkbund Hessen e.V.

Rubrik
Mitteilungen