Resonanzen – Die langen Wellen der Utopien

Der Werkbund Saarland e.V. beteiligt sich am Europäischen Kulturerbejahr 2018

In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes und K8 Institut für strategische Ästhetik gGmbH der Hochschule der Bildenden Künste Saar hat der Werkbund Saarland e.V. das Projekt „Resonanzen. Die langen Wellen der Utopien / Résonances. Les grandes ondes de l’utopie“  im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahrs 2018 zum Thema „Erinnern und Aufbruch“ initiiert.

Das Saarland verfügt über herausragende Beispiele der Baukultur aus der Zeit nach dem Ende des Zweiten Welt­kriegs, einer dramatischen europäischen Epoche. Diese Bauten sind in einer politi­schen Ausnahmesituation entstanden, als das Saarland bis 1957 ein teilautonomer Staat unter französischer Aufsicht war. Dazu zählen:

  1. Der Langwellensender „EUROPE 1” in Berus bei Saarlouis als herausragendes Beispiel moderner Architektur mit technischen Anlagen.
  2. Der so genannte „Pingusson-Bau”, die ehemalige französische Botschaft in Saarbrücken, ein Leitbau der französischen Nachkriegsmoderne.
  3. Der Wohnungsbau als dringende Aufgabe nach dem Zweiten Weltkrieg in ganz Europa. Dabei spielt neben den Préfa-Häusern von Jean Prouvé die Fertigteilbauweise von Raymond Camus eine besondere Rolle. Im Forbacher Werk der Firma Dietsch wurden Fertigteile in Großtafelbauweise für Projekte beiderseits der Grenze in Lizenz gefertigt. Siedlungen wie Behren bei Forbach oder die Folsterhöhe in Saarbrücken bereiten den Weg für jüngere Siedlungsprojekte wie Le Wiesberg von Émile Aillaud in Forbach.
  4. Die Sakralbauten als weitere zentrale Bauaufgabe in den 1950er Jahren. Neue, innovative Raumvor­stellungen entwickelten sich aus einer neuen Liturgiebestrebung, und der Einsatz von Stahl und Beton führte zu neuen Lösungen im Kirchenbau. Im Saarland und in der Moselle entstanden in der Zeit eine Reihe wichtiger Zentralbaukirchen.

„Resonanzen“ widmet sich der Aufarbeitung, Inszenierung und Vermitt­lung des gemeinsamen deutsch-französischen architektonischen Kulturerbes nach 1945. Im Rahmen des Projektes wird am 7. September die Ausstellung „Architektur im Aufbruch zu Europa 1945-1965 / Architectures aux origines de l’europe 1945-1965“ in der ehemaligen französischen Botschaft in Saarbrücken eröffnet. Des Weiteren wird ein Online-Archiv zusammengestellt, das die Rechercheergebnisse langfristig öffentlich zugänglich macht.

Das Projekt wird begleitet von zahlreichen Veranstaltungen, wie der Ringvorlesung „Erinnerung und Aufbruch. Das Europäische Kulturerbe im Saarland nach 1945“, organisiert vom Kunsthistorischen Institut der Universität des Saarlandes in Kooperation mit dem Werkbund Saarland e.V. und dem Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes. Auch wird es Workshops, Performances, Führungen etc. geben.

Termine und weitere ausführliche Details zum Projekt „Resonanzen / Résonances – Die langen Wellen der Utopien / Les grandes ondes de l’utopie“ unter resonanzen.eu

Foto: Langwellensender „EUROPE 1” in Berus bei Saarlouis ©Marco Kany

Verfasser
Deutscher Werkbund Saarland e.V.

Rubrik
Ausstellungen