Werkbund Nord abroad

Viel zu wenig lässt sich über die weitreichenden Aktivitäten unserer Mitglieder erfahren, jetzt sind gleich zwei parallel im europäischen Ausland zu erleben: Amelie Bimberg und Prof. Herbert Lindinger. Noch bis zum 9. Juli sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Residency der jungen Architektin Amelie Bimberg zusammen mit Lea Frenz in Brüssel, am Rande des Stadtteils Saint Gilles mitten in Brüssel, zu sehen: CASH nennt sich ihre Ausstellung, die sich aus einem Internationalen Residenzprogramm für Architekten entwickelt hat. Das von Architecture Curating Practice organisierte Programm ist eine fünfmonatige Residenz, die zweimal jährlich für junge oder etablierte Architekten angeboten wird. Jungen Architekt*innen wird so eine gezielte, langfristige Unterstützung geboten, um eine Forschung und Produktion im Kontext mit der Architekturdisziplin zu entwickeln. Amelie Bimberg und Lea Frenz haben sich mit CASH auf die Beziehung zwischen dem EURO und der Architektur konzentriert. Mit Objekten, Texten, Videos und Zeichnungen und einer eigens gestalteten EURO-Währung, die visionäre Entwürfe von Architekten aus ganz Europa zeigt, führen sie ein in die Welt des Geldes und der Architektur, in die Ästhetik der Gestaltung, bedeutungsaufgeladener und alltäglicher Umgang mit den Geldscheinen, die Architekturen als Ausdruck des Gemeinsamen tragen. Die Ausstellung wird von öffentlichen Veranstaltungen am 18. Juni und einer Finissage am 9. Juli begleitet. Sie ist jeden Freitag und am 1. Sonntag im Monat geöffnet, mehr unter: https://www.architecturecuratingpractice.com/etal/bimbergfrenz

Prof. Herbert Lindinger hat sich als Grafiker, Industriedesigner, Ausstellungsgestalter und Hochschullehrer europaweit einen Namen gemacht. 2026 hat er zusammen mit seiner Frau Sibyllle zum ersten Mal den Lindinger-Design-Preis für junge und talentierte Nachwuchsdesigner im Designform mitten im Museumsquartier überreicht. In feierlichem Rahmen wurde Herbert Lindinger für sein gestalterisches Werk gewürdigt und die jungen Designer*innen Katja Posch, Franziska Kerber, Dominik Scherrer und David Soche von Herbert Lindinger ausgezeichnet. Lindinger, 1933 in Oberösterreich geboren, studierte Grafik- und später Produktgestaltung an der Hochschule in Linz und der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Bis 1961 arbeitete Lindinger an der Seite von Hans Gugelot und Otl Aicher. Von 1962 bis 1968 war er Professor in Ulm und baute in den 70er-Jahren das legendäre Institut für Industrial Design der Universität Hannover auf. Transportation-, Corporate- und Urban-Design sind Schwerpunkte seiner Arbeit. Entwürfe unter anderem für U-Bahnen und Straßenbahnen in Stuttgart, Hannover, Hamburg, Frankfurt und Berlin prägen sein Design. Der Herbert-Lindinger-Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 3.000 EUR dotiert. Mehr dazu unter: https://www.designaustria.at/veranstaltung/lindinger-design-award/

Verfasser
Deutscher Werkbund Nord e.V.

Rubrik
Mitglieder