Rückblick: Montagsrunde „Diagnose »homo sapiens« – Was sehen Erdbeobachtungssatelliten und wie kann das der Menschheit helfen?“ – mit Prof. Dr. Hannes Taubenböck
Wie so oft war auch in der vorweihnachtlichen Montagsrunde vom 08.12.25 der Blick über den Tellerrand höchst aufschlussreich. Mit dem Tellerrand war dieses Mal allerdings der Erdball gemeint – Prof. Dr. Hannes Taubenböck, Leiter „Georisiken und zivile Sicherheit“ am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Lehrstuhlinhaber am Institut für Geographie und Geologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, titelte seinen Vortrag nicht umsonst „Diagnose »homo sapiens« – Was sehen Erdbeobachtungssatelliten und wie kann das der Menschheit helfen?” In faszinierend schönen, wie informativen Satellitenaufnahmen brachte er uns die Techniken der Erdbeobachtung nahe und wie diese in Forschungsaufträgen verarbeitet werden. Dabei wurde deutlich, dass der finanzielle Bestand des DLR von privaten und militärischen Auftraggebern abhängt, aber auch ein interdisziplinärer Austausch von Informationen innerhalb der wissenschaftlichen Welt gewünscht ist. Die versammelte Städtebau-Elite des Werkbunds gab sich große Mühe, dem Referenten gewisse „wissenschaftliche Unschärfen in stadtplanerischen Definitionen“ zwar zu verzeihen, ihn dennoch aber auf diese hinzuweisen. Da Hanns Taubenböck auch begeisterter Teilnehmer an Science Slams ist, lässt darauf schließen, wie unterhaltsam und lebhaft die anschließende Diskussion wurde.
Gerade der makroskopische Blick auf Urbanisierungsprozesse und Zerstörungen durch Naturkatastrophen, abgeleitet aus jahrzehntelangen Satellitenbeobachtungen des DLR, faszinierte und erschreckte in seinen eindeutigen Aussagen. Wissenschaftliche Satelliten-Messungen mittels Spurengasen und Temperaturen lassen keinen Zweifel am Klimawandel, die Veränderungen der Landoberfläche gerade im asiatischen Raum verdeutlichen Landflucht und Versiegelung – Hannes Taubenböcks Vortrag war ein einziger Beweis für die Notwendigkeit einer Politik auf wissenschaftlichen Grundlagen! Auch wenn ein Ergebnis des Abends war, dass das Leben in Bayern doch ein vergleichsweise gutes ist, darf man vor derbTatsache, dass Europa der sich am misten erwärmende Kontinent ist, nicht die Augen verschließen. Der Deutsche Werkbund Bayern hofft auf noch viele spannende Impulse von Hannes Taubenböck und freut sich über die Erweiterung seines Netzwerks um das DLR, nicht zuletzt in dessen Webnews: https://remote-sensing.org/invited-evening-lecture-at-the-werkbund-in-munich/
Vielen Dank an Prof. Dr. Hannes Taubenböck und allen Teilnehmenden für den inspirierenden Abend!
Rubrik
