Einladung: Symposium REPAIR des Werkbund Bayern
REPAIR is care
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Reparatur ist das Thema unserer Zeit – in jeglicher Hinsicht und auf allen Ebenen: in Landschaft, Stadt, Gebäude und bei Produkten. Der Werkbund Bayern knüpft mit REPAIR an den Gründungsgedanken des Deutschen Werkbunds an – den Qualitätsbegriff, der Zweckmäßigkeit, Materialgerechtigkeit und Nachhaltigkeit vereint – und adaptiert ihn an die Gegebenheiten, mit denen sich unsere Gesellschaft konfrontiert sieht.
Im Symposium am Freitag wird das Thema REPAIR von kompetenten Köpfen aus differenzierten Blickwinkeln besprochen. Beim offenen Publikumstag am Samstag wird REPAIR in die Praxis gebracht und Einblick in die vielfältigen Berufsbilder gegeben. REPAIR bildet den Auftakt für eine langfristig angelegte Reihe künftiger Veranstaltungen, Lehrprogramme und Kooperationsformate des Werkbund Bayern.
REPAIR
Symposium und Praxistag des Deutschen Werkbund Bayern e.V..
Freitag und Samstag, 28./29. November 2025
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Der Deutsche Werkbund wurde 1907 mit der Absicht „der Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk“ gegründet. Seitdem gibt er immer wieder wesentliche Impulse zur Industrie- und Baukultur seiner Zeit.
Anlässlich der im Jahr 2024 erlassenen Richtlinie des Europäischen Parlaments „über gemeinsame Vorschriften zur Förderung der Reparatur von Waren“, veranstaltet der Werkbund Bayern ein Symposium, das sich dem Thema der Reparatur im Zusammenhang mit gutem Design in jeder Maßstäblichkeit auseinandersetzt.
Das Symposium am Freitag in der Pinakothek der Moderne beleuchtet Reparatur als kulturelle, gestalterische und wirtschaftliche Leistung in den Bereichen Design, Architektur, Handwerk und Industrie, der Praxistag am Samstag im Pavillon 333 gibt Einblick in Handwerksbetriebe, Unternehmen und Institutionen, die Reparatur als feste Praxis integriert haben.
PROGRAMM SYMPOSIUM
Freitag, 28. November 2025
Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40, 80333 München
Anmeldung ab sofort unter
https://www.eventbrite.de/e/1828166588479
25 Euro (10 Euro ermäßigt)
10.00 Uhr Einlass
10.15 Uhr PREPAIR: Opening
Nina von der Recke, 1. Vorsitzende Deutscher Werkbund Bayern e.V.
Prof. Dr. Angelika Nollert, Direktorin Die Neue Sammlung – The Design Museum, München
Prof. Dr. Andres Lepik, Direktor Architekturmuseum der TU München
Prof. Johannes Kappler, Dekan Fakultät für Architektur, Hochschule München
10.45 Uhr REPAIR: Design
Prof. Dr. Silke Langenberg, Professur für Konstruktionserbe und Denkmalpflege, ETH Zürich
Repair – Upgrade – Keep in Place
Prof. Graeme Brooker, Head of Interior Design at the Royal College of Art, London
the superREUSE manifesto
The early 21st century can be characterised as a time of responses to the challenges of the climate emergency and reactions toward social justices. How can the designed and built environment react to these challenges? This talk presents a critical exploration of the contexts and broader ideas of the subject of superREUSE. REUSE is a term conceived to situate ideas and matter as knowledge and material assembled through the extraction and redistribution of the found and the extant. Super is to elevate the pitch. It is a polemical provocation outlining histories, thematics, and languages through exploring the numerous ideas that portray working with existing material in new and innovative ways.
Prof. Ben Santo, Dekan Fakultät für Design, Hochschule München
Wenn Beständigkeit scheitert
Kann Design über die langlebige, reparierbare Produktgestaltung hinaus einen Beitrag zu einer Reparaturkultur leisten? Der Vortrag reflektiert den Umgang der Moderne mit Scheitern und Verlust im Kontext von Gestaltungsprozessen.
Üblicherweise wird Design mit dem Neuen, dem Perfekten und dem Besonderen verbunden. Durch Beobachtungen und Analysen von Gestaltungsprozessen ist erkennbar, dass das Altbekannte, das Unperfekte und das Gewöhnliche zentrale Bestandteile des Prozesses sind. Scheitern und Verlust sind wichtige Elemente von Innovationsprozessen.
Benötigt eine Transformation hin zu einer nachhaltigeren, innovativeren Kultur des Wirtschaftens ein entspannteres Verhältnis zum Scheitern und zum Unverfügbaren? Ausdauer, Geduld und Offenheit lassen den Designprozess über Hindernisse und Sackgassen zu Lösungen führen, die vorher nicht plan- oder vorhersehbar sind. Dabei werden Resonanzverhältnisse zum Gestaltungsmaterial in Bezug zu Problemstellungen gesetzt.
Das Erlernen und Durchleben von Gestaltungsprozessen als Kulturtechnik könnte den Weg in eine andere Moderne öffnen, in der der Umgang mit Scheitern akzeptierter und eine engere Beziehung zu Dingen möglich ist.
12.00 Uhr Pause
13.15 Uhr REPAIR: Scale
Prof. Niklas Fanelsa, Professur Architecture and Design, TUM School of Engineering and Design
Bioregionale Architektur und Design Praxis
Susanne Grillmeier, Landeshauptstadt München
UpDate Neuperlach: Von der Stadt der Moderne zum gemischten Quartier der Zukunft
Christoph Zeller, Zeller & Moye, Berlin; Visiting Professor, Architectural Association, London
Palimpsest Barragán – Verfall und Wiederentdeckung einer Architekturikone im Dschungel
Yves Ebnöther, Designer, Researcher ZHAW, Winterthur
Parametric Off-Cut Furniture
14.45 Uhr Pause
15.30 Uhr REPAIR: Practice
Wolfgang Bücherl, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in München
Das Recht auf Reparatur
Matthias Brenner, M.A., Professur für Konstruktionserbe und Denkmalpflege, ETH Zürich
Digitale Reparaturstrategien für Metallfassaden des späten 20. Jahrhunderts – zwischen Analyse und Fertigung
Markus Stenger, Stenger2 Architekten und Partner mbH
Gedanken zur Reparatur unserer gebauten Welt
Der Beitrag beleuchtet die Reparatur und Transformation im architektonischen Kontext als Schlüssel für einen nachhaltigen Umgang mit dem gebauten Bestand. Architektur wird als offenes System verstanden, dessen Gesundheit von der Qualität der Verbindungen und der Offenheit für Veränderungen abhängt. Die Methode der „Schälung“ – das behutsame Entfernen von Schichten zur Freilegung werthaltiger Substanz – ermöglicht fundierte Entscheidungen über Reparatur und Weiterbauen. Evaluation und gezielte Eingriffe verlängern Gebäudezyklen und erhalten Werte. Ein besonderer Fokus liegt auf der Wiederverwendung regionaler Materialien und handwerklicher Methoden, wobei Eigenleistung und Einfachheit als Qualitätsmerkmale hervorgehoben werden. Der Beitrag plädiert für eine neue Reparaturkultur, die Wartung und Pflege über Abriss und Neubau stellt und regionale Ressourcen nutzt. Schälung und Evaluation bilden die Grundlage für nachhaltiges Weiterbauen und zukunftsfähige Lebensräume.
Linn Quante, anstiftung
Reparieren verbindet – Das Netzwerk Reparatur-Initiativen
In Reparaturcafés kommen Menschen zusammen, um in entspannter Atmosphäre gemeinsam defekte Alltagsgegenstände zu reparieren. Reparieren bedeutet hier weit mehr als das Instandsetzen defekter Dinge. Es eröffnet Räume der Begegnung, des Austauschs und des gemeinsamen Lernens. Das Netzwerk Reparatur-Initiativen der anstiftung vernetzt bundesweit über 1.800 ehrenamtliche Reparaturprojekte. Menschen unterschiedlichster Herkunft, Generationen und Lebenswelten tüfteln hier gemeinsam, lernen voneinander und werden aktiv. Reparaturcafés konterkarieren die gegenwärtige Konsum- und Wegwerfkultur, machen technisches Wissen zu einer gemeinsamen Ressource und nachhaltiges Handeln im Alltag erlebbar.
Nadine Vicentini, Geschäftsführerin bayern design GmbH
Matthias Quinkert, Lindner SE
Thilo Weinland, Circular Interiors Alliance
Tim Goelden, Impact Acoustic
Mirko Meznaric, Vitsœ
16.45 Uhr Resümee
17.00 Uhr Ende
PRAXISTAG
Samstag, 29. November 2025
Pavillon 333, Türkenstraße 15, München
Teilnahme kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich
Vorträge und Workshops:
10.30 / 12.00 Uhr: Marcel Brosend, Steffen Bovenberg
Circular Interiors Alliance
11.00 Uhr: Laura Gehrung, KreativWerk Möbelaufbereitung
Die Natur als Inspiration zur Möbelerhaltung
13.00 Uhr: Stefanie Heidmann, Sch’titsugi
Kintsugi – ein Liebesdienst an der Vergänglichkeit
14.00 Uhr: Susanne Thiemann, Stuhlflechterei
Improvisation in der Reparatur
15.00 Uhr: Mirko Meznaric, Planer, Vitsœ
Reparaturfreundliches Möbeldesign bei Vitsoe
16.00 Uhr: Jörg Euteneuer, Kunstschmiede
Fünf Facetten aus meiner Werkstatt zum Thema Reparieren
Michael Geldmacher, Industriedesigner, Studio Michael Geldmacher
Nachhaltigkeit, ein Dilemma für das Design?
Christian Schuberth, Werkbund Werkstatt
Material und Form. Grundlagen der Gestaltung.
Susanne von Bechtolsheim, Geigenbauwerkstatt
Geigenbau – Geigenreparatur
In Kooperation mit
Architekturmuseum der TU München
ETH Zürich, Professur für Konstruktionsererbe und Denkmalpflege
Die Neue Sammlung – The Design Museum
Hochschule München, Fakultät für Design
Hochschule München, Fakultät für Architektur
Handwerkskammer München und Oberbayern
Galerie Handwerk
Medienpartner
Münchner Feuilleton, MünchenArchitektur
Gefördert von
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
bayern design GmbH
Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Mit Unterstützung von
Lindner SE, Impact Acoustic, Beck Living, Circular Interiors Alliance, ege carpets, Gira, Trilux, Schnitzer&, Siedle, Sonnenglas, Vitsœ
Organisiert von
Nina Kirste, Jan Fischer, Josef Grillmeier, Martin Schnitzer
Deutscher Werkbund Bayern e.V.
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