Nachbericht: Werkbund Symposium REPAIR

28.–29.11.2025, München


REPAIR
Ein Symposium des Deutschen Werkbund Bayern e.V.
Pinakothek der Moderne und Pavillon 333

Rückblick:

550 Gäste, 29 Referent:innen und zwei Orte: Mit dem Symposium REPAIR hat der Deutsche Werkbund Bayern am 28. und 29. November 2025 in München ein starkes Zeichen für eine zeitgemäße Reparaturkultur gesetzt.

Die Veranstaltung in der Pinakothek der Moderne und im Pavillon 333 zeigte eindrucksvoll, dass Reparatur weit über technische Fragen hinausgeht – sie ist ein kultureller, gestalterischer und gesellschaftlicher Auftrag.

Nina von der Recke, Vorsitzende des Deutschen Werkbund Bayern e.V. betont: „Das Symposium REPAIR und dessen große Resonanz an beiden Tagen haben gezeigt, dass Reparatur eine Lösung für die Herausforderungen in den Bereichen Landschaft, Stadt, Architektur und Design sein kann. Als unabhängige Vereinigung von Menschen aus gestaltenden Berufen sowie aus Handwerk und Industrie ist der Deutsche Werkbund prädestiniert, die Relevanz von Reparatur als kulturelle, gestalterische und wirtschaftliche Leistung in die Breite zu tragen. Für den Werkbund Bayern ist das Symposium deshalb der Auftakt zu weiteren Formaten, die sich mit dem Thema REPAIR beschäftigen werden.“

Pressestimmen
Artikel des Münchner Feuilleton
Artikel auf muenchenarchitektur.com

REPAIR is care
Reparatur ist das Thema unserer Zeit – in jeglicher Hinsicht und auf allen Ebenen:
in Landschaft, Stadt, Gebäude und bei Produkten. Der Werkbund Bayern knüpft mit REPAIR an den Gründungsgedanken des Deutschen Werkbunds an – den Qualitätsbegriff,
der Zweckmäßigkeit, Materialgerechtigkeit und Nachhaltigkeit vereint – und adaptiert ihn an die Gegebenheiten, mit denen sich unsere Gesellschaft konfrontiert sieht.
Im Symposium am Freitag wird das Thema REPAIR von kompetenten Köpfen aus differenzierten Blickwinkeln besprochen. Beim offenen Publikumstag am Samstag wird
REPAIR in die Praxis gebracht und Einblick in die vielfältigen Berufsbilder gegeben.
REPAIR bildet den Auftakt für eine langfristig angelegte Reihe künftiger Veranstaltungen, Lehrprogramme und Kooperationsformate des Werkbund Bayern.

Ein neuer Impuls für den Gründungsgedanken
Der Werkbund, der seit über 100 Jahren Impulse für Industrie- und Gestaltungskultur setzt, nahm die 2024 verabschiedete EU-Richtlinie 2024/1799 „über gemeinsame Vorschriften zur Förderung der Reparatur von Waren“ zum Anlass, seine eigene Gründungsidee weiterzudenken. Das Symposium REPAIR knüpfte an den historischen Qualitätsbegriff des Werkbunds – Zweckmäßigkeit, Materialgerechtigkeit, Nachhaltigkeit – an und übersetzte ihn in die Herausforderungen unserer Zeit. Ziel war, eine vertiefte Verständigung zwischen Entwurf, Produktion, Vertrieb und Konsum zu fördern – und die Reparatur im Zusammenhang mit gutem Design in allen Maßstäben neu zu verorten.

Fazit
REPAIR hat deutlich gemacht: Der Weg liegt nicht im Ersatz, sondern im Weiterdenken des Bestehenden und im Überdenken des zu Produzierenden. Mit einem starken Netzwerk, hoher Resonanz und einem breiten inhaltlichen Fundament hat das Symposium einen wichtigen Impuls in Richtung einer neuen, zeitgemäßen Reparaturkultur gesetzt.

Ausblick
REPAIR geht weiter: Das Symposium versteht sich als Auftakt einer langfristigen, umfassenden Initiative. Die Ergebnisse der beiden Tage fließen in die Publikation Atlas der Reparatur ein – ein Kompendium von Beispielen, Positionen und Akteur:innen der Reparaturkultur. REPAIR ist dabei Startpunkt und Aufruf, das Thema in das eigene Umfeld, Institutionen, Firmen und Organisationen zu bringen. Weitere Veranstaltungen, Lehrthemen und Programme folgen, um das Thema dauerhaft im Werkbund und seinen Partnerinstitutionen zu verankern.


Veranstaltungsdaten:

REPAIR
Ein Symposium des Deutschen Werkbund Bayern e.V.
Pinakothek der Moderne und Pavillon 333

Symposium am Freitag, 28. November 2025 in der Pinakothek der Moderne
Der erste Tag des Symposiums eröffnete mit einem umfassenden Vortragsprogramm im Ernst von Siemens-Auditorium in drei Sessions mit einem abschließenden Panel:
REPAIR: design
REPAIR: scale
REPAIR: practice

Referent:innen aus Wissenschaft, Gestaltung, Architektur, Handwerk und Politik beleuchteten Reparatur als kulturelle, gestalterische und wirtschaftliche Aufgabe:
Prof. Dr. Silke Langenberg (ETH Zürich) – Repair – Upgrade – Keep in Place
Prof. Graeme Brooker (Royal College of Art, London) – The superREUSE Manifesto
Prof. Ben Santo (Hochschule München) – Wenn Beständigkeit scheitert
Prof. Niklas Fanelsa (TUM) – Bioregionale Architektur und Design Praxis
Susanne Grillmeier (LHM) – UpDate Neuperlach: Von der Stadt der Moderne zum gemischten Quartier der Zukunft
Christoph Zeller, Zeller & Moye (Berlin/Mexiko) – Palimpsest Barragán – Verfall und Wiederentdeckung einer Architekturikone im Dschungel
Yves Ebnöther (ZHAW Winterthur) – Parametric Off-Cut Furniture
Wolfgang Bücherl (Europäische Kommission) – Das Recht auf Reparatur
Matthias Brenner (ETH Zürich) – Digitale Reparaturstrategien für Metallfassaden des späten 20. Jahrhunderts – zwischen Analyse und Fertigung
Markus Stenger (Stenger2 Architekten) – Gedanken zur Reparatur unserer gebauten Welt
Linn Quante, anstiftung – Das Netzwerk Reparatur-Initiativen

Panel:
Matthias Quinkert, Lindner SE
Linn Quante, anstiftung
Mirko Meznaric, Vitsœ
Thilo Weinland, Circular Interior Alliance
Tim Goelden, Impact Acoustic
Moderation: Nadine Vicentini, bayern design GmbH

Die Vorträge zeigten eindrücklich, dass Reparatur nicht über die bloße Wiederherstellung eines Zustands verstanden werden darf, sondern als gestalterischer und gesellschaftlicher Akt.

Praxistag am Samstag, 29. November 2025 im Pavillon 333
Der zweite Tag führte die Diskussion in die Praxis: Werkstätten, Designer:innen und Hersteller:innen zeigten anhand von Workshops und Live-Demonstrationen, wie Reparatur in verschiedenen Maßstäben umgesetzt und bereits heute in Produktion und Handwerk mitgedacht wird.

Vor Ort aktiv waren:
Linn Quante, anstiftung
Steffen Bovenberg, Marcel Brosend, Circular Interior Alliance
Tim Goelden, Impact Acoustic
Jörg Euteneuer, Kunstschmiede
Laura Gehrung, KreativWerk Möbelaufbereitung
Studio Michael Geldmacher
Stefanie Heidmann, Sch’titsug
Mirko Meznaric, Vitsœ
Christian Schuberth, Peter Neudert, Werkbund Werkstatt Nürnberg
Susanne Thiemann, Stuhlflechterei
Susanne von Bechtolsheim, Geigenbauwerkstatt

Die hohe Besucherzahl bestätigte das wache Interesse an der handwerklichen und gestalterischen Dimension der Reparatur.

Kooperationspartner:innen
REPAIR entstand in enger Zusammenarbeit mit:
Prof. Dr. Silke Langenberg , ETH Zürich
Prof. Dr. Andres Lepik, Architekturmuseum der TU München
Prof. Dr. Angelika Nollert, Die Neue Sammlung – The Design Museum
Prof. Johannes Kappler, Dekan Fakultät für Architektur, Hochschule München
Prof. Ben Santo, Dekan Fakultät für Design, Hochschule München
Handwerkskammer München und Oberbayern
Galerie Handwerk

Diese Vielfalt an Partner:innen spiegelt das zentrale Ziel von REPAIR wider: eine gemeinsame Verantwortungskultur und ein breites Verständnis für Gestaltung und Nachhaltigkeit.

Förderung
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
bayern design GmbH
Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Unterstützung
Lindner SE, Impact Acoustic, Beck Living, Circular Interiors Alliance, ege carpets, Gira, Trilux, Schnitzer&, Siedle, Vitsœ

Planung und Durchführung
Deutscher Werkbund Bayern e.V., Arbeitskreis REPAIR
Nina Kirste, nina@ninakirste.de
Jan Fischer, j.fischer@awg.at
Josef Grillmeier, buero@josefgrillmeier.de
Martin Schnitzer, ms@schnitzerund.de

Pressekontakt
Deutscher Werkbund Bayern e.V.
Seidlvilla
Nikolaiplatz 1b
80802 München
Tel.: 089 / 388 986 89
E-Mail: bayern@deutscher-werkbund.de

Links / Social Media
Werkbund Webseite: https://www.deutscher-werkbund.de/einladung-symposium-repair/
Anmeldung Eventbrite: https://www.eventbrite.de/e/1828166588479
IG: werkbundbayern
LinkedIn: Deutscher Werkbund Bayern e.V.

Pressematerial
Bildmaterial (Key Visuals, Flyer, Referent:innen-Porträts) stehen per Link zur Verfügung:
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Verfasser
Deutscher Werkbund Bayern e.V.

Rubrik
Berichte