Ausstellungseröffnung "Atlas des Gemeinsamen"
Groß waren Andrang und Interesse bei der Eröffnung des „Atlas des Gemeinsamen“ einer Wanderausstellung des Deutschen Werkbunds, die 2023 vom DWB Bayern in München initiiert wurde und bereits in mehreren Bundesländern gezeigt wurde. Jetzt wurde der „Atlas“ der auf einheitlichen Postern gestaltete Gemeinschaftsprojekte vorstellt, erstmals vom Werkbund Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Werkbund Hessen im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 in Mainz gezeigt. Besonderheit des Projektes ist, dass bei jeder neuen Station Projekte aus der jeweiligen Region hinzugefügt werden.
Schon vor den Grußworten des Vorstands der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Herbert Hofer, und der Programmdirektorin World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, Barbara Lersch, nutzten viele die Gelegenheit, die Plakate zu betrachten.

Aus den 13 jetzt aus Rheinland-Pfalz und Hessen zum „Atlas des Gemeinsamen“ neu hinzugekommenen Initiativen wurden drei in Kurzvorträgen und eine „in actu“ vorgestellt.
Den Auftakt machte der Kommunikationswissenschaftler Lutz Hofer, Vorstandsmitglied des Spielraum e.V., einem Verein, der sich ab 2022 um das vom Abriss bedrohte „Allianzhaus“ in Mainz zusammengefunden hat. „Spielraum Mainz sieht im Allianzhaus mit seiner Netto-Raumfläche von circa 5.500 qm großes Potenzial für eine weitere vielfältige, multifunktionale Nutzung: Produktions- und Präsentationsflächen für bildende und darstellende Kunst, Proberäume für Musik, Gewerberäume für Kreative, Flächen für Clubkultur, projektbezogene Zwischennutzungen sowie Lern- und Lehrorte…Über 160 Organisationen und Einzelpersonen unterstützen Spielraum Mainz bereits. Der Verein vertritt die Interessen von Kulturakteur:innen gegenüber Öffentlichkeit, Politik, Verwaltung und Wirtschaft, indem er Themen und Positionen medial, auf Podien und im direkten Kontakt mit Entscheidungsträger:innen vermittelt. Zudem organisiert er regelmäßig Veranstaltungen…“ (Ausstellungsposter). Webadresse: spielraum-mainz.de

Ein ganz anderes Projekt ist AD INVICEM – der Füreinander-Inkubator, das der Designer Wolf. U. Wagner, Vorstand des Deutschen Design Club (DDC) und Initiator von IN VICEM mit Anderen als ehrenamtliche Initiative in der Coronazeit ins Leben rief. „2020 machte Ad Invicem sein Prinzip sichtbar: Aus überschüssigem Industriealkohol entstand in der Pandemie dringend benötigtes Desinfektionsmittel. Apotheken, Designer, Unternehmen und Freiwillige produzierten und verteilten es pro bono. Gestartet aus einer spontanen Aktion wurde diese zur Blaupause für gemeinschaftliches Gestalten und heute zum Gemeinschafts-Inkubator…Ad Invicem – lateinisch für „füreinander“ – ist ein gemeinnützig ausgerichteter Mikro-Inkubator für gesellschaftliches Engagement. Das Projekt aktiviert vorhandene, oft ungenutzte Ressourcen von Menschen: Ideen, Fähigkeiten, Wissen, Zeit, Materialien und Kontakte. Ziel ist es, diese Ressourcen gemeinschaftlich zu bündeln und daraus konkrete, schnell wirksame Hilfe- und Gestaltungsprojekte zu entwickeln, die anschließend gespendet oder der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.“ (Ausstellungsposter). Webadresse: www.ad-invicem.de

Das 2021 gegründete Projekt ZukunftsRaum eG stellte Ruth Preywisch, Vorstand der eG, zusammen mit Architekten Schraut Rentschler aus Mainz vor. Ziel ist die Schaffung von Wohnraum: „Unser Fokus liegt auf dem Bestand: Wir kaufen bestehende Gebäude und sanieren sie konsequent ökologisch – mit Materialien wie Papier, Holz und Lehm. So erhalten wir graue Energie, reduzieren Emissionen und zeigen, dass zukunftsfähiges Bauen nicht beim Abriss beginnt, sondern beim Weiterdenken…Ein zentrales Element unserer Arbeit ist gemeinschaftliches Wohnen. In unseren Projekten verbinden wir kleine, abgeschlossene Wohneinheiten mit großzügigen Gemeinschaftsflächen. Das ermöglicht Rückzug und Privatheit ebenso wie Begegnung und gegenseitige Unterstützung…Die ZukunftsRaum eG steht für gemeinschaftlich entwickelten, bezahlbaren und zukunftsfähigen Wohnraum.“ (Ausstellungsposter). Webadresse: zukunftsraum.org
Ein „Schmankerl“ konnten die Urban Sketchers Frankfurt Rhein-Main , ein Netzwerk von Künstlerinnen und Künstlern, die beim gemeinsamen Zeichnen die Orte um sich herum zeichnerisch festhalten, den Besuchern bieten: mehrere von ihnen waren anwesend und zeichneten vor und während der Veranstaltung draußen und drinnen – die Ergebnisse konnten an einer Pinnwand unmittelbar betrachtet und bewundert werden, was nochmal einen besonderen Akzent setzte. Webadresse: https://urbansketchers-rheinmain.de/
Die Veranstaltung schloss – bei einem Glas Wein und einer Brezel, wozu das ZBK als Gastgeber eingeladen hatte – mit dem intensiven Betrachten der Poster und Gesprächen über die einzelnen Projekte.
Hans Jürgen Jentsch
Die Ausstellung ist bis zum 30.4.2026 Mittwoch bis Freitag (und auf Anfrage) geöffnet.
Im Rahmen der Ausstellung veranstaltet das Zentrum Baukultur im Brückenturm, Rheinstraße 55, 55116 Mainz
am Dienstag, 14. April 2026 | 18.30 Uhr
eine Podiumsdiskussion zum Thema:
Kreativität. Konzept. Entwurf – Gemeinsames Ringen um Qualität
um Anmeldung wird gebeten unter:
https://www.zentrumbaukultur.de/veranstaltungen/aktuell/kreativitaet-konzept-entwurf-gemeinsames-ringen-um-qualitaet.html



Fotos:
Kristina Schäfer, Mainz
Skizzen:
Mit freundlicher Genehmigung der Urban Sketchers Rhein Main mit Christa Fajen
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